Ashwagandha - Diese Inhaltsstoffe und Anwendungen machen die Wurzel so besonders

Ashwagandha

Im Ayurveda gilt Ashwagandha als Wundermittel. Warum, was das überhaupt ist und welche Inhaltsstoffe die Pflanze so besonders machen – das verraten wir Ihnen hier. Am Ende bekommen Sie außerdem drei Rezepte, die Genuss und Wirkung optimal verbinden.

Was ist Ashwagandha?

Bei Ashwagandha handelt es sich um eine ganz besondere Pflanze mit vielen Namen und Wirkungen. Manchen mag sie unter den Begriffen „Schlafbeere“, „Winterkirsche" oder „Indischer Ginseng“ begegnet sein.

Das Wort „ Ashwagandha“ stammt aus dem indischen Sanskrit. Übersetzt bedeutet es „Geruch des Pferdes“. Was genau das heißen soll, darüber herrscht Uneinigkeit. Viele Menschen erinnert der kräftige Geruch der Wurzel an denjenigen eines Pferdes – eine für uns plausible Erklärung.

Von A wie Anaferin bis W wie Withaferin: Das steckt in der Pflanze

Letztendlich sind es die Inhaltsstoffe der Wurzel, die sie so wertvoll machen. Hier finden wir vor allem Alkaloide und Withanolide – zwei Verbindungen mit vielfältigen Eigenschafen. In der Natur schützen sich Pflanzen mit Alkaloiden vor Schädlingen: Zum Beispiel, indem die Stoffe bei Insekten die Zuckerrezeptoren im Mund blockieren. Das Insekt kann den Zucker nun nicht mehr wahrnehmen und lässt deswegen von der Pflanze ab.

Insgesamt wurden bisher rund 2000 natürliche Alkaloide gefunden. Die meisten von ihnen wirken sich auch auf den menschlichen Körper aus: Manche, indem sie Schmerzen betäuben, während andere beruhigen oder aufputschen. Vor allem in der Herstellung von Medikamenten kommen Alkaloide zum Einsatz. Übrigens: Das Theobromin im Kakao, das Coffein im Kaffee oder das Nikotin im Tabak – das alles sind Alkaloide.

Wirkliche Bekanntheit hat die Pflanze aber wegen eines anderen Stoffes errungen: Den Withanoliden. Zwar haben Wissenschaftler mittlerweile rund 300 natürliche Withanolide entdeckt. Das Withaferin A aus dem Ashwagandha wurde jedoch als allererstes isoliert und konnte so hervorragend in der Medizin zum Einsatz kommen.

Wenn es um die Wirkungen der Wurzel geht, sind Experten sich einig: Sie beruhen vor allem auf den Withanoliden. Ein hochwertiges Präparat enthält deswegen mindestens 2,5 Prozent Withanolide – besser 5 Prozent.

Welche weiteren Inhaltsstoffe in der Pflanze stecken, erfahren Sie hier:

  • Anaferin
  • Anahygrin
  • Cuscohygrin
  • Nicotin
  • Tropin
  • Withasomnin
  • Withanolide
  • Somniferanolid
  • Somniwithanolid
  • Withaferin A
  • Withasomniferanolid

Was Sie über die Dosierung wissen sollten

Um von den Eigenschaften des Ashwagandha zu profitieren, empfehlen Experten eine Tagesdosis von 600 Milligramm. Bei einer normalen Dosierung treten in der Regel keine Nebenwirkungen oder Unverträglichkeiten auf. Schwangere und stillende Frauen sollten auf die Wurzel jedoch lieber verzichten – nicht, weil es für Mutter und Kind per se schädlich ist. Sondern weil die Studienlange hier bisher nicht ausreicht und deswegen der Grundsatz gilt: „Sicher ist sicher“.

Ashwagandha im Ayurveda: Sattva stärken leichtgemacht

In der ayurvedischen Ernährungslehre spielt Ashwagandha seit rund 4000 Jahren eine große Rolle – hier gilt sie als sattvische Pflanze. Bei Sattva handelt es sich um eines der drei Gunas. Gunas wiederum sind Eigenschaften, die sich überall in der Welt wiederfinden: Unserem Bewusstsein, Gegenständen und eben auch in der Nahrung. Erfahren Sie hier mehr über die drei Gunas:

  1. Sattva: Gilt als höchstes Guna und steht für Reinheit, Harmonie, Leichtigkeit, Licht, Güte und Klarheit.
  2. Rajas: Symbolisiert Energie, Bewegung, Leidenschaft, Trieb und den Drang. Rajas hilft uns, kreativ und aktiv zu werden.
  3. Tamas: Beschreibt Trägheit und Dunkelheit, die Schwere und das Zurückhaltende. Wirkt hemmend und verunsichernd.

Ziel der ayurvedischen Ernährungslehre ist es, ins Sattva zu kommen und den Menschen auf diese Weise in einen harmonischen und klaren Zustand zu bringen. Hier sollen Glücklich sein und Zufriedenheit warten sowie Tugenden wie Sehnsucht und Geduld. Glaubt man dieser Philosophie, hilft Ashwagandha dabei – denn wie gesagt, stärkt die Pflanze dem Ayurveda zufolge das Sattva in uns.

Ein hochwertiges Präparat erkennen: So gehts

Wer Ashwagandha kaufen will, findet eine beinahe unüberschaubare Auswahl an Produkten. Aber: Nicht alle davon sind wirklich hochwertig und empfehlenswert. Deswegen verraten wir Ihnen im Folgenden, wie Sie ein gutes Präparat erkennen.

 

Hochwertiges Präparat 

Weniger hochwertiges Präparat

Gehalt der Withanolide 

Enthält 5 Prozent Withanolide.

Enthält 2,5 Prozent Withanolide oder noch weniger.

Art des Extrakts

Vollspektrum-Extrakt: Pharmakologische Medikamente arbeiten meistens nur mit einem einzelnen Wirkstoff. Bei Pflanzlichen Präparaten spielt das Zusammenspiel aller Wirkstoffe eine Rolle. 

Kein Vollspektrum-Extrakt, enthält einzelne isolierte Wirkstoffe.

Dosierung 

600 mg Tagesdosis.

< 600 mg Tagesdosis

Inhaltsstoffe 

Hergestellt ausschließlich aus den Wurzeln der Pflanze.

Enthält teilweise auch Blätter der Pflanze.

Schadstoffe

Frei von Schadstoffen und regelmäßig kontrolliert. 

Nicht laborgeprüft – kann vor allem bei Präparaten vorkommen, die über eBay-Importe aus dem Ausland kommen.

Rezepte - Die leckersten Anwendungen

Wer Ashwagandha Kapseln kauft, kann diese entweder mit einem Schluck Wasser direkt einnehmen – oder die Kapseln öffnen und das Pulver entnehmen. Denn: Mit dem Pulver lassen sich tolle Rezepte kreieren, die lecker sind und gleichzeitig die Wirkung der Pflanze besitzen.

Ashwagandha Tee: Der Klassiker

  • Inhalt von 1 Ashwagandha Kapsel
  • 250 Milliliter heißes Wasser - 1/4 Teelöffel Zimt
  • 1 kräftige Prise Kardamom
  • 1 Teelöffel Lavendelblüten
  • 2 Teelöffel Agavendicksaft

Zubereitung: Wasser aufkochen lassen und Ashwagandha sowie Lavendelblüten dazugeben. Nach 7 Minuten die Lavendelblüten abseihen. Dann Zimt, Kardamom und Agavendicksaft unterrühren. Wem der Tee zu herb ist, der kann ihn zusätzlich mit einem Schuss Hafer- oder Mandelmilch abschmecken.

Goldene Milch mit Ashwagandha: Würzig-aromatisch

  • 250 Milliliter Mandelmilch
  • 3/4 Esslöffel Kurkuma
  • ca. 1 Teelöffel Ingwer
  • 1/2 Teelöffel Zimt
  • Inhalt von 1 Ashwagandha Kapsel
  • 3 Prisen schwarzer Pfeffer
  • 1 Prise Muskatnuss
  • 1/2 Teelöffel Kokosöl
  • Agavendicksaft nach Geschmack

Zubereitung: Mischen Sie alle Zutaten bis auf Mandelmilch und Agavendicksaft in einer Schale. Bringen Sie die Mandelmilch zum Kochen, geben Sie die Gewürze hinzu und rühren Sie solange, bis sich die Klümpchen auflösen. Drei Minuten auf kleiner Stufe und unter stetem Rühren kochen lassen. Vom Herd nehmen und genießen.

Kürbis-Ashwagandha-Latte: Herrlich süß

  • 1 Teelöffel Zimt
  • 1/2 Teelöffel Ingwerpulver
  • 1/4 Teelöffel Nelkenpulver
  • 3 Prisen Kardamom
  • Inhalt von 1 Ashwagandha Kapsel
  • 1 Prise Pfeffer
  • 1 Esslöffel Kürbispüree aus gekochtem Hokkaido
  • 1 Esslöffel Agavendicksaft
  • 250 Milliliter Mandel-, Cashew- oder Haferdrink

Zubereitung: Mischen Sie die Gewürze und das Ashwagandha Pulver zusammen und rühren Sie anschließend den Agavendicksaft und den Kürbispüree unter, bis ein homogener Sirup entsteht. Erwärmen sie den Pflanzendrink und schäumen Sie ihn auf. Zuletzt die Gewürzmischung dazugeben und genießen.

Fazit: Eine gesunde und leckere Superpflanze für jeden Haushalt

Ashwagandha kann beides: Das Pulver enthält wertvolle Inhaltsstoffe, die Menschen seit Jahrtausenden für ihre Wirkungen schätzen. Mit den richtigen Zutaten verarbeitet wird es in heißen Getränken gleichzeitig zu einem ganz besonderen Genuss. Aber: Um maximal von der Pflanze zu profitieren, sollten Sie viel Wert auf eine gute Qualität liegen. Wie Sie hochwertige Präparate erkennen, haben Sie in diesem Beitrag gelernt.

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